Wehren lohnt sich - 
ein Projekt für Zweit- und Drittklässler zum Thema "sexueller Missbrauch"

 

 

Was ist sexueller Missbrauch? Bemerkt man diesen immer? Wie weit dürfen Verwandte, Bekannte oder auch fremde Menschen gehen? Vor allem aber: Wie können sich Kinder wehren?

 

Mit Fragen wie diesen beschäftigten sich die zweite und dritte Klasse der Grundschule Spielberg unter der Leitung von Frau Beckert von der Kriminalpolizei Ettlingen. Vor Beginn des Projekts mit den Kindern fand zunächst eine Elternveranstaltung zum Thema „sexueller Missbrauch von Kindern – wie schütze ich mein Kind?“ statt. Da die elterliche Erziehung die Grundlage für ein selbstbewusstes Handeln und Auftreten der Kinder ist, stellt diese Veranstaltung einen zentralen Pfeiler  bei der Prävention von gewalttätigen Übergriffen auf Kinder dar. Das Anliegen von Frau Beckert ist es, Eltern für dieses Thema zu sensibilisieren, offen und sachlich damit umzugehen sowie Hilfen aufzuzeigen, wie man erste Anzeichen und mögliche Gefahren erkennt. Neben Fakten zur tatsächlichen Kriminalitätslage wurden auch Verhaltensmuster und Strategien der Täter vermittelt sowie das Erscheinungsbild der potentiellen Opfer aufgezeigt.

 

Über die Elternarbeit und die Klärung zentraler Fragen hinaus kommt natürlich auch der direkten Arbeit mit den Kindern große Bedeutung zu. Im Zuge dessen besuchte Frau Beckert zunächst jede Klasse für zwei Unterrichtsstunden, um die Kinder an das Thema heranzuführen, erste Fragen zu klären und Hemmschwellen abzubauen. Neben Begriffsklärungen wurde den Kindern aufgezeigt, wie Täter das Vertrauen der Kinder gewinnen, wer überhaupt als Täter in Frage kommt, sowie das richtige Verhalten, wenn man sich Gefahr sieht. So sollen die Kinder Beispielsweise nicht „Hilfe“, sondern vielmehr „Feuer!“ rufen, da sonst nicht jeder Außenstehende den Ernst der Lage erkennen kann. Darüber hinaus war es Frau Beckert wichtig, den Kindern den Unterschied zwischen „guten Geheimnissen“ und „schlechten Geheimnissen“ zu vermitteln und aufzuzeigen, warum es wichtig ist, sich jemandem anzuvertrauen.

 

Den Abschluss dieses Projektes, welches zukünftig jedes Schuljahr mit den Zweitklässlern durchgeführt werden soll,   wird ein dreistündiger Kurs unter dem Titel „Selbstvertrauen durch Selbstbehauptung“ bilden. Dieser Kurs wird an einem Samstagvormittag stattfinden und soll allen Zweit- und Drittklässlern Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wie sie bestimmte Gefahrensituationen erkennen, richtig einschätzen und erfolgreich bestehen können. Schließlich zeigen kriminalistische Erfahrungswerte, dass es 85 Prozent der Opfer gelingt, Täter durch massive Gegenwehr in die Flucht zu schlagen.

 

Welchen Stellenwert dieses Thema für die Grundschule Spielberg hat, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass der Förderverein sich bereit erklärt hat, für alle Teilnehmer die Kosten des Kurses von 12€ zu  übernehmen. Dem Förderverein, sowie all denjenigen, die ihn unterstützen, hierfür recht herzlichen Dank.